Immer vergeben Banken Kredite nach bestimmten Regeln. Dabei müssen dafür vom Kunden bestimmte Sicherheiten geboten werden. Die Kriterien sind grundsätzlich gleich und gelten für jedes Kreditinstitut. Diese setzen sich aus Eigenmitteln, dem laufenden Gehalt usw. zusammen. Auch die Kreditvergabe und die Konditionen sind von Bank zu Bank verschieden.
Fremdwährungskredite - ein beliebtes Modell vor der Wirtschaftskrise 2008
Bei Fremdwährungskrediten ist besondere Vorsicht geboten. Vor ein paar Jahren galten sie noch als “heißer Tipp” für niedrige Kreditraten. Hauptsächlich wollte man damals aus dem niedrigen Wechselkurs des Schweizer Franken und dem japanischen Yen Profit schöpfen. Doch das Bild hat sich seit der Wirtschaftskrise vor 3 Jahren gedreht:
Denn gleich zwei Stolpersteine bergen diese Kredite – die Währungsschwankungen und das Zinsniveau. Trotzdem hat Österreich im Vergleich mit dem Ausland immer noch einen hohen Anteil an Fremdwährungskredite, vor allem bei Städten und Gemeinden. Mittlerweile warnen Finanzexperten davor, sich einen Fremdwährungskredit aufzunehmen und Banken dürften an Privatperson seit Mitte 2010 daher auch solche Kredite nicht einmal mehr vergeben. Selbst zuvor vergaben sie die Kreditinstitute nur dann, wenn genügend “Polster” für den Fall vorhanden waren.
Solche Kredite wären nur dann interessant, wenn die Zinsen zumindest gleich hoch oder niedriger als die Inflationsrate sind, was zeitweilig in den USA der Fall war. Jedoch gerade manche Kreditvermittler priesen sie generell als Allheilmittel an und kassierten dabei saftige Provisionen.
Lebensversicherung als Baufinanzierung?
Auch Lebensversicherungsgesellschaften wollen ein Stück vom Kreditgeschäft abhaben. Sie bieten altbewährte Baufinanzierungen an. Diese werden durch die fällige Lebensversicherung getilgt, welche man im Laufe der Kreditlaufzeit anspart. Natürlich fallen parallel dazu Darlehenszinsen an. Ein konkreter Vorteil könnte sich höchstens aufgrund einer konkreten Situation ergeben – rechnerisch jedoch lässt sich dabei keiner ermitteln.
Das Shoppingcenter als Ratenkauf-Paradies
Viele Geschäfte bieten Ratenzahlungen für ihre Produkte an, wie zum Beispiel Möbelhändler. Hier gelten die Kriterien für Banken nicht – daher ist hier doppelte Vorsicht geboten. Denn oft erscheint es zwar im ersten Moment so, als würden durch den Ratenkauf keine Mehrkosten entstehen, doch kein Unternehmen bietet einen Kredit an, ohne davon einen wirtschaftlichen Vorteil zu haben. Also heißt es auch hier, immer das Kleingedruckte zu lesen und gut zu vergleichen, ob nicht vielleicht doch ein Kredit bei einer Bank die preiswertere Alternative wäre. Auch die verschiedensten Bearbeitungs- und Nebenkosten sollten stets miteinander verglichen werden.
Kredite können immer sinnvoll sein – müssen aber nicht
Einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen, um eine wichtige Anschaffung zu finanzieren, kann im konkreten Fall sehr vorteilhaft sein – gerade wenn es um die Schaffung des eigenen Heims geht. Es ist nur wichtig, die Konditionen zu hinterfragen und sich die Frage zu stellen, ob das Haushaltsbudget auch längerfristig die Ratenzahlung abdecken kann. Die Nachfrage für Kredite ist im heurigen Jahr wieder leicht gestiegen. Vor allem für Wohnbaukredite haben Banken wieder mehr Geld ausbezahlt. Aber insbesondere zur Zusammenlegung vorhandener Verbindlichkeiten kann der gesamte Haushalt dadurch saniert und Folgekosten vermieden werden.

