Auch wem der Begriff des “Weltfriedensindex” noch neu ist, kann sich heute dennoch ganz einfach immer ein aktuelles Bild davon machen: Der “Global Peace Index” wird seit sechs Jahren regelmäßig eruiert und verarbeitet die wesentlichen Faktoren von 158 Staaten in eine aussagekräftige, vergleichende Bewertung des friedvollen Umgangs miteinander und erhebt damit gleichzeitig auch sein Gegenteil. Eines wird dabei dank dem Institute for Economics and Peace (IEP) zur Gewissheit: Die Abschätzung der Tendenzen des Weltfriedens und die einzelnen lokalen Risiken.
Berechnet wird außerdem, wie viel Geld die unfreundlichen Aktivitäten jeweils verschlungen haben: Wäre die Welt in der letzten Erhebungsperiode vollkommen friedlich gewesen, hätte ihr dies neun Billionen US-Dollar erspart. Damit handelt es sich um die Summe von Deutschlands und Japans Volkswirtschaft zusammen.
Weniger Geld für Militär dank Finanzkrise
Neben der detaillierten Auswertung der Regionen, welche zuletzt einen Rückgang an kriegerischen Handlungen verzeichnete, wird freilich auch nach den Ursachen gesucht. Und manchmal lassen sich die komplexesten Angelegenheiten auf einen äußerst einfachen Nenner bringen: Laut den Verfassern der Studie kam es schlicht zu weniger Investitionen ins Militär. Dies sei eine der – auch einmal positiven – Auswirkungen der Finanzkrise. Ob dieser Entwicklung auch ein nachhaltiger Effekt auf den Weltfrieden beikommt, darf einmal dahingestellt werden – Fakt ist aber: Das Drehen der Gewaltschraube zeigt in seiner Tendenz nach unten. Und das zum ersten Mal, nachdem die beiden vergangenen Jahre einen Anstieg verzeichnet hatten.
Steve Killilea, der Vorsitzende und Gründer von IEP, berichtete von der auffallenden Kontinuität bei beiden Extremen: Länder, welche sich als besonders friedlich ausweisen und diejenigen, welche die schlechtesten Ratings dabei erhielten, sind in ihrer Haltung auch beharrlich. Ihr einmal erreichter Level veränderte sich seither kaum. Bei den Spitzen der Negativ-Rekorde sind Nordafrika sowie der Nahe und Mittlere Osten zu nennen. Hierfür wird der “Arabische Frühling” verantwortlich gemacht. Die Asien-Pazifik-Region verbesserte seine Position, während Syrien aufgrund seines Bürgerkriegs 30 Plätze einbüßen musste.
Seit Beginn der Auswertungen hält sich Westeuropa in den besten Rängen. Island gilt dabei als der friedlichste Staat – als der unsicherste innerhalb der Europäischen Union wird Zypern, gefolgt von Griechenland, genannt.

