Auch der Strompreis funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage - das Merit-Order-Prinzip - Quelle: flickr.com/Oeko-Institut e.V.
Der Ankauf von Strom an der Börse ist der wohl sinnvollste und günstigste Weg – offen steht er allerdings keinem privaten Haushalt. Es handelt sich dabei um die Strombörse, die auf ähnliche Weise arbeitet wie deren wohlbekanntes Pendant für Wertpapiere.
Sie entstand im Zuge der Liberalisierung von Energien. Ihren Vorreiter bekamen die so entstandenen Börsen von der skandinavischen Strombörse “Nord Pool” schon im Jahr 1993.
Der grundsätzliche Unterschied des Produkts zu “handelsüblichen” Stromtarifen liegt in der zeitlichen Dauer, um den als ”Lastprofil” bezeichneten Anforderungen gerecht zu werden. Dabei gibt es auch Blockprodukte. Die Teilnehmer haben eine sichere Grundversorgung für eben diese Zeitdauer. Dennoch kann es sich durchaus auch um langfristige Verträge handeln. Es ist keinerlei Nachteil mit diesen Leistungen verbunden. Vielmehr ist sogar eine feinere Differenzierung möglich – so bietet ein “Einzelstundenkontrakt” etwa auch die Bezugnahme auf die Spitzenzeiten, während diesen ansonsten der Strombezug besonders teuer ist.
Manipulative Spekulation mit Energie
Als Nachteil für die Allgemeinheit sind allerdings Spekulationsmechanismen zu nennen. Mittels Eingabe falscher Kauf- und Verkaufsdaten ließe sich ein “gefälschter” Engpass erzeugen. Ein solcher bewirkt einen sprunghaften Preisanstieg für jedermann. In Kalifornien wurde in der Vergangenheit sogar ein Stromausfall auf diese Weise verursacht. Aber auch andere Mittelchen und Wege können zu einem Preisanstieg führen, wie etwa die “Bilanzmanipulation”.
Für Privathaushalte wird der Strom kontinuierlich teurer. Meldungen über Preisabfälle würden bereits das Gefühl von Erstaunen nach sich ziehen. Und doch: Im Großhandel fallen hin und wieder die Preise. Da Private nicht an der Börse kaufen dürfen, spüren sie davon auch nichts. Jene Stromversorger, die eigene Kraftwerke betreiben, sind gänzlich unabhängig von den Preisen an der Strombörse. Nicht jeder, der sich bei Preiserhöhungen auf die Börsenpreise beruft, muss nicht zwangsläufig auch von ihnen betroffen sein. Der genaue Preis ist von der eigenen Einkaufspolitik abhängig, welche nicht publik gemacht wird. Nachvollziehbar sind die Angaben also nur im Ausnahmefall.
Das Gesetz von Angebot und Nachfrage
Im Februar 2012 berichtete ”Starmühler Agentur & Verlag ” von den Spitzen der Erhöhungen, die zu diesem Zeitpunkt aufgrund der ungewöhnlich kalten Tagen insbesondere Frankreich zu spüren bekam. Während an der Börse in Leipzig normalerweise die Megawattstunde Strom rund 50 Euro kostet, herrschte gerade bei klirrender Kälte dringender Energiebedarf. “Dieser” trieb den Preis auf 70 bis 130 Euro. Während am 8. Februar Österreich mit rund 175 Euro noch relativ glimpflich davongekommen ist, wurde einen Tag später in Frankreich ein Spitzenpreis von nicht weniger als 1900.- Euro erzielt.
