Die Ungewissheit über lediglich temporär gelösten Schuldenprobleme und Vorboten von einem Abflauen der globalen Konjunktur haben den deutschen Aktienmarkt am heutigen Dienstag deutlich nach unten gerissen.
Zum Nachmittag erreichte der DAX den Stand von Mitte Januar dieses Jahres mit 6.772 Zählern. Das bedeutet das alle Zuwächse seit diesem Zeitpunkt nichtig sind. Momentan notiert er bei 6.796 Zählern, die große Abwärtsbewegung seit einigen Tagen werden von Börsianern als Verlustbegrenzung interpretiert da ein so genannter „Double Dip“ der US-Konjunktur befürchtet wird. Diese Befürchtungen kochten durch enttäuschende Daten der US-Konjunktur auf. Zusätzlich werden die Emotionen am Markt befeuert durch Sorgen um die Ausweitung der EU-Schuldenkrise wo Italien und Spanien wieder einmal im Mittelpunkt stehen.
Rekordergebnisse von BMW verpuffen
Selbst die Quartalsberichterstattung mit teilweisen Rekordmeldungen von DAX Unternehmen wie Volkswagen, Daimler, Fresenius oder BMW halfen dem DAX kaum auf die Sprünge.
Allgemein lässt sich aus den Zahlen und Marktreaktionen ablesen das die Aktionäre dem Kompromiss der Republikaner und Demokraten in Sachen US-Schuldenlimit als unzureichend empfinden und auf eine langfristigere Lösunge gehofft haben.
Zusätzlich zu der Aufschiebung der US-Schuldenkrise kommt der Fakt hinzu das die zähen Verhandlung die Zerissenheit der amerikanischen Politik offenbart hat.
Die US-Notenbank tat Ihr übriges zur unsicheren Lage am Markt indem sie verlauten ließ das eine Intervention durch weitere Rückkäufe von US-Bonds und dem gleichbedeutenden fluten der USA mit Geld zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht gezogen wird.
Dies wurde mit der allgemeinen Annahme begründet das die Konjunktur in den USA anziehen wird und kein „Double Dip“ stattfinden wird.

